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SPD-Kommunalpolitiker informieren sich in der Krelinger Heide zur Schießstand-Sanierung

Schießausbildung oder Schießsport?

Austausch mit Jägerschaft und Bürgerinitiative: Die Gäste ließen sich Pläne und Vorbehalte erläutern. Foto: SPD
Austausch mit Jägerschaft und Bürgerinitiative: Die Gäste ließen sich Pläne und Vorbehalte erläutern. Foto: SPD
KRELINGEN - 08. Juni 2021 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

Bodenverbringung, Schießlärm, notwendige Ausbildung und vermeintlich unsachgemäße Nutzung: Das waren Themen, über die sich der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Kreistagfraktion, Sebastian Zinke, mit allen Betroffenen in und um Krelingen austauschte. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion, Hans Henning-Meyer, dem Ortsvereinsvorsitzenden Marcel Kirschner, Ortsvorsteher Karl-Heinz Freitag sowie dem Landratskandidaten Jens Grote besuchte Zinke den Schießstand der Jägerschaft in der Krelinger Heide und im Anschluss die Bürgerinitiative gegen den Umbau und die Sanierung.

Kritikpunkt ist immer wieder der Bodenaushub

Der erste Vorsitzende der Jägerschaft Fallingbostel, Bernd Sartoris, begrüßte die Gäste und stellte ausführlich das Vorhaben zur Sanierung des Schießstandes vor. Sartoris machte deutlich, dass die Sanierung alternativlos und ein bereits gefundenes Sanierungskonzept aus Sicht der Jägerschaft als Betreiberin der Anlage am zielführendsten sei. Neben einer Wallanlage aus Bodenaushub und einem ausgeklügelten System zur Reinigung des Bodens von anfallenden Munitionsresten, gäbe diese Variante einen erhöhten und zusätzlichen Lärmschutz sowie eine deutliche Kostenreduktion der Baumaßnahmen.

Ein Kritikpunkt sei immer wieder der Bodenaushub, welcher für die Wallanlage geplant wäre, merkte Sartoris an und führte dazu aus, dass der sogenannte Z2-Aushub keine gefährlichen Stoffe beinhalte, die zu einer Verunreinigung des Grundwassers führen würden, und von der Beschaffenheit her dem Aushub ähnelte, wie er an jeder Baustelle vorzufinden wäre. Bereits vor Baubeginn werde eine freiwillige Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt und der Bodenaushub doppelt, bei Abfuhr und nochmals vor Einbau, behördlich geprüft werden.

Sebastian Zinke merkte an, dass bei dem Projekt nur größtmöglicher Transparenz zur Akzeptanz beitragen könne. Hierzu zähle für ihn ebenfalls, die Messergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. “Eine gute und fundierte Jagdausbildung beinhaltet eben auch das Erlernen und Üben der Schießfertigkeiten. Nur so können die Jägerinnen und Jäger ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen”, macht Zinke die Notwendigkeit einer Ausbildungs- und Trainingsanlage deutlich.

Alle Beteiligten an einen Tisch bekommen

Im Anschluss trafen sich die Kommunalpolitiker ebenfalls mit Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerinitiative in Krelingen, die sich gegen das geplante Bauvorhaben stellt. So berichteten die Anwesenden von teilweise höherer Lärmentstehung sowie der Befürchtung einer Ausweitung des ursprünglichen Angebotes hin zu einem Schießsportzentrum. Das, so konnten die anwesenden Kommunalpolitiker feststellen, fiele dann genehmigungsrechtlich und planerisch in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Walsrode. Hans-Henning Meyer, Vorsitzender der SPD Stadtratsfraktion, macht gleich eingangs deutlich, dass die SPD-Stadtratsfraktion für eine solche Form der Nutzung nicht zur Verfügung stünde. “Dass die Ausbildung in der Jägerschaft sowie das Üben auf einer geeigneten Anlage notwendig ist, steht außer Frage, eine Nutzung darüber hinaus sehen wir allerdings als nicht zweckmäßig.”

Viel mehr aber sahen es Sebastian Zinke und Marcel Kirschner als erforderlich, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, um allen zu ermöglichen, sich sachlich und fachlich austauschen zu können. So würden laut Kirschner zahlreiche Vorbehalte ausgeräumt und sicherlich auch einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Auch Landtagskandidat Jens Grote versuchte sich als Vermittler. Auf der einen Seite habe er sich die Bemühungen der Jägerschaft erläutern lassen, auf der anderen Seite habe die Bürgerinitiative deutlich gemacht, dass das Vertrauen in Jägerschaft und Behörden durch die Nutzung des Schießstandes in der Vergangenheit gelitten habe. Die Jägerschaft habe auch weiterhin der Bürgerinitiative für Erläuterungen zur Sanierung zur Verfügung zu stehen, “was ich für ein gutes Signal und den richtigen Weg halte”, so Grote weiter.

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