Lokales

/lokales/nach-dem-brgerentscheid-gemeinsam-voran_10_112015596-21.html/ / 1

Politiker rufen zu Geschlossenheit beim Thema HKK auf - und selbst die Ersatzkassen in Niedersachsen melden sich zu Wort

Nach dem Bürgerentscheid gemeinsam voran

Grün ist bekanntlich die Hoffnung, wie hier am Standort “F4”: Und hoffentlich kehrt jetzt auch wieder Ruhe in den weiteren Prozess für einen Neubau des Heidekreis-Klinikums ein.Foto: Märit Heuer
Grün ist bekanntlich die Hoffnung, wie hier am Standort “F4”: Und hoffentlich kehrt jetzt auch wieder Ruhe in den weiteren Prozess für einen Neubau des Heidekreis-Klinikums ein.Foto: Märit Heuer
WALSRODE - 21. April 2021 - 12:00 UHR - VON REDAKTION

“Das Ergebnis des Bürgerentscheids ist eindeutig, und es ist gut, dass es nun diese Klarheit gibt”: Das ist das Fazit des Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) nach dem Bürgerentscheid zum Neubau des Heidekreis-Klinikums am vergangenen Sonntag. “Die Entscheidung bedeutet, dass wir die Chance auf Fördermittel in Millionenhöhe für ein neues modernes Krankenhaus im Heidekreis haben. Wir brauchen jetzt Geschlossenheit im Landkreis, und gleichzeitig müssen die Sorgen der Kritiker ernst genommen werden.”

Streit hat den Landkreis zurückgeworfen

Es müsse jetzt allen darum gehen, den Heidekreis zu stärken. Er sei allen dankbar, so Klingbeil weiter, die in den vergangenen Wochen in diesem demokratischen Prozess für ihre Position geworben hätten. Gleichwohl sei die Diskussion rund um den geeigneten Standort zum Teil sehr emotional geführt worden, “und der Streit hat uns als Landkreis zurückgeworfen”. Nach dem klaren Votum müssten jetzt alte Gräben zugeschüttet und einander die Hände gereicht werden. Die großen Herausforderungen, vor denen die Region stehe, könnten nur gemeinsam bewältigt werden. “Wir sind nicht im Wettbewerb miteinander, sondern im Wettbewerb mit anderen Regionen. Ein modernes Klinikum trägt zur Attraktivität des Heidekreises bei.”

Sorgen müssen gehört werden

Die vergangenen Wochen und Monate hätten auch gezeigt, dass es bei Teilen der Bevölkerung des Heidekreises große Sorgen gebe. Diese Sorgen müsse der Landkreis ernst nehmen und beantworten. Es werde also in den kommenden Monaten nicht nur darum gehen, die Planungen eines neues Krankenhauses konsequent voranzutreiben, sondern auch an die gesamte Gesundheitsversorgung der Region zu denken und sie breit aufzustellen. Alle Menschen bräuchten einen guten Zugang zum Gesundheitssystem. Zudem sei der Landkreis gefordert, die weiteren Planungen intensiv zu kommunizieren.

Gemeinsamen Weg einschlagen

Auch Carsten Büttinghaus, CDU-Bundestagskandidat für den Heidekreis, ruft die Bürger in der Region auf, einen gemeinsamen Weg einzuschlagen. Nach Wochen der intensiven Auseinandersetzung hätten die Wählerinnen und Wähler nun am vergangenen Sonntag abgestimmt und eine “deutliche Mehrheit” von ihnen habe mit ihrem Nein den aktuellen Verfahrensablauf bekräftigt. “Wir haben einen tollen, demokratischen Prozess erlebt”, so Büttinghaus. Diese Art der fairen Abstimmung hätten die Verantwortlichen bereits an den Beginn des Verfahrens stellen sollen. Dann hätte das Verfahren von Anfang an das wichtige Mandat der Einwohner gehabt. Politik in einer Demokratie sei niemals “Einheitsmeinung, Einheitspartei und Einheitsbrei”. Demokratie bedeute immer diskutieren, debattieren, ringen und Positionen und brauchbare Kompromisse finden. “Darauf sollten wir alle stolz sein. Lassen Sie uns nun mit diesem Ergebnis arbeiten und entschlossen in die Zukunft gehen.”

Mit dem Ergebnis arbeiten

Nach vorne schauen, das will auch der CDU-Kreisvorsitzende Gerd Engel. In den vergangenen Wochen habe es fast täglich neue Informationen und Beiträge zum Thema Heidekreisklinikum gegeben, in den Tageszeitungen hätten sich fast alle Leserbriefe mit dem Thema befasst, in den Social-Media-Kanälen sei noch mehr los gewesen. Und immer sei deutlich gewesen, dass sich die Menschen im Heidekreis den 18. April, den Tag es Bürgerentscheides, herbeigesehnt hätten. Als Ergebnis bleibe der Kreistagsbeschluss vom 26. Juni 2020 bestehen. “Sicher gibt es den einen oder die andere, die wie bei jeder Entscheidung auch mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sind. Wir Christdemokraten akzeptieren dieses Votum und werden dementsprechend damit weiter arbeiten”, betont Gerd Engel. “Aus unserer Sicht ist es aber genauso wichtig, dass wir das amtliche Endergebnis im Detail noch einmal auswerten müssen.”

Jetzt heiße es, nach vorne zu schauen. Die Kreisverwaltung werde nun aufgrund dieser Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger die nächsten vorgegebenen Schritte einleiten. Wichtig sei aber festzuhalten, dass die von allen geforderte Transparenz und die Nachvollziehbarkeit für alle gegeben sein müssen. Die CDU setze sich das Ziel, möglichst große Teile der Bevölkerung im Heidekreis auf dem Weg mitzunehmen und für transparente Information zu sorgen.

Dem Ziel einen Schritt näher gekommen

Selbst die Ersatzkassen in Niedersachsen (Techniker Krankenkasse, Barmer, DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse, Handelskrankenkasse und Hanseatische Krankenkasse) melden sich zu Wort und begrüßen das Ergebnis des Bürgerbegehrens zum geplanten Neubau eines zentralen Heidekreis-Klinikums in Bad Fallingbostel. Dazu sagte der Leiter des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) in Niedersachsen, Jörg Niemann sagte dazu: “Das Votum ist ein klares Bekenntnis zu einem neuen Zentralklinikum in Bad Fallingbostel. Damit ist eine Hürde auf dem Weg zu einem größeren, leistungsfähigen Krankenhaus überwunden”. Der Kreis könne jetzt seine Planungen vorantreiben und den Förderantrag beim Land konkretisieren. Der Heidekreis sei dem Ziel, der Bevölkerung eine bessere regionale Krankenhausversorgung zu bieten, ein ganzes Stück näher gekommen.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.