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Unterschriften vom “Aktionstag Wolf” des Landvolks in Hannover übergeben

Ziel: “Vernünftiges Wolfsmanagement”

Nach dem “Aktionstag Wolf” in Rodewald: Stellvertretend für Umweltminister Olaf Lies nahm Staatssekretär Frank Doods (Zweiter von rechts) die Unterschriften entgegen. Mit ihm auf dem Bild sind (von links) Sebastian Zinke, Jörn Ehlers, Hermann Gruppe, Gudrun Pieper, Dr. Frank Schmädeke und Hermann-Jürgen Rump. Foto: Büro Schmädeke
Nach dem “Aktionstag Wolf” in Rodewald: Stellvertretend für Umweltminister Olaf Lies nahm Staatssekretär Frank Doods (Zweiter von rechts) die Unterschriften entgegen. Mit ihm auf dem Bild sind (von links) Sebastian Zinke, Jörn Ehlers, Hermann Gruppe, Gudrun Pieper, Dr. Frank Schmädeke und Hermann-Jürgen Rump. Foto: Büro Schmädeke
WALSRODE - 04. August 2021 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

“Das ist ein langer Weg.” Hermann-Jürgen Rump, der Vorsitzende des Pferdezuchtvereins Aller-Leine, bringt es auf den Punkt, als sich Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verbänden im niedersächsischen Umweltministerium mit Staatssekretär Frank Doods zur Übergabe der Unterschriften für ein “vernünftiges Wolfsmanagement in Niedersachsen” treffen. “Wir sind zwar im Großen und Ganzen zufrieden mit der voranschreitenden Wolfspolitik des Ministeriums”, betont Rump, “aber die Umstände, unter denen die Wölfe Schaden anrichten, die machen den Menschen Angst.”

Um mit Nachdruck die Einführung eines “vernünftigen Wolfsmanagements” für Niedersachsen zu fordern, hatte das Landvolk in den vergangenen Monaten viele Tausend Unterschriften gesammelt und anschließend zu einer Veranstaltung unter anderem nach Rodewald eingeladen, um den Landtagsabgeordneten diese Unterschriften zu übergeben.

Den Termin der Übergabe an das Umweltministerium in Hannover nutzen die Beteiligten auch, um sich über den Stand der Entwicklungen auszutauschen. Er bedanke sich im Namen aller für die gute Zusammenarbeit mit den beiden involvierten Ministerien Landwirtschaft und Umwelt, sagt der Landtagsabgeordnete Dr. Frank Schmädeke (CDU). Er wünsche sich, “dass wir in der anspruchsvollen ,Causa Wolf‘ auch weiterhin die Köpfe zusammenstecken, um trotz der großen Herausforderungen ein in der Gesellschaft toleriertes guten Ergebnis zu finden”. Die 2020 erlassene Wolfsverordnung eröffne zwar bereits die Möglichkeit, auffällige Wölfe auf Antrag zu entnehmen, das Verfahren sei jedoch zu träge, um flächendeckende Probleme infolge von Wölfen zu lösen. Der von Dr. Schmädeke für die Regierungsfraktionen im Februar 2021 eingebrachte Entschließungsantrag gehe einen großen Schritt weiter: Dort werde gefordert, ein effizientes Wolfsmanagement, eine klar definierte Untergrenze der Wolfspopulation nach französischem Modell und die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht einzuführen.

Hermann Gruppe (FDP) unterstreicht, dass eine immer wieder geforderte flächendeckende Zäunung zur Vermeidung von Wolfsübergriffen schon aufgrund der Kosten, der aufwändigen Unterhaltung und oft auch wegen der örtlichen Gegebenheiten nicht umzusetzen sein werde. “Bei uns in der Rühler Schweiz ist eine Zäunung geländebedingt gar nicht möglich. Trotzdem muss dort, wo man nicht mähen oder fahren kann, beweidet werden. Sonst geht die Kulturlandschaft flöten.”

Die Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper (CDU) fordert eine vorgezogene Bestandsaufnahme, damit der bereits erreichte gute Erhaltungszustand der Wölfe in Niedersachsen dokumentiert und bewertet werden könne. “Da müssen wir in Richtung Berlin mit mehr Druck arbeiten. Eine Bestandsaufnahme der Wolfspopulation erst 2024, das ist viel zu spät.”

Jörn Ehlers, der als Vize-Präsident des Niedersächsischen Landvolkes und als Vorsitzender des stark betroffenen Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden an der Übergabe teilnimmt, räumt ein, dass ebenfalls betroffene Weidetierhalter aus anderen Bundesländern durchaus neidisch auf Niedersachsen schauten, man aber deutlich schneller zu einem Ergebnis kommen müsse. “Wir verlieren hier Zeit, die unsere Weidetierhalter nicht haben.” Staatssekretär Frank Doods betont, das Niedersächsische Umweltministerium ducke sich nicht weg: “Wir haben zu dieser Herausforderung eine ganz klare Haltung.” Das Ministerium versuche, durch ein eigenes Gutachten den guten Erhaltungszustand zu dokumentieren. Ziel müsse es stets sein, abzuwägen und zu versuchen, mit Augenmaß zu handeln. “Wir müssen Zahlen erheben, um Zahlen zu haben. Das machen wir jetzt auch”, so Doods.

Pieper fordert, das nationale Recht voll auszunutzen und wird vom hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke unterstützt. Niedersachsens Landesregierung habe alles gemacht. “Jetzt brauchen wir die richtigen Schritte, damit man in Berlin weiterkommt.”

Hermann-Jürgen Rump setzt auch weiterhin auf einen Dialog mit allen: “Wir leben von der qualitätsvollen Aufzucht wertvoller Pferde in unseren Flusstälern, wir laden alle dazu ein, sich ein Bild davon zu machen, welche Auswirkungen die Schäden durch Wölfe haben.”

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