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Motorisierte Gartengeräte verletzen Igel: Nabu Heidekreis beteiligt sich an Plakataktion und Aufklärung

Gefährliche Begegnungen auf dem Rasen

Aufpassen: Igel sind nicht die einzigen Lebewesen, denen Mähroboter schwere Verletzungen zufügen können.Foto: pixabay
Aufpassen: Igel sind nicht die einzigen Lebewesen, denen Mähroboter schwere Verletzungen zufügen können.Foto: pixabay
WALSRODE - 22. Mai 2021 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Wer an den ersten lauen Frühlingsabenden still im Garten sitzt und den Geräuschen der Nacht lauscht, kann sie keckern und fauchen oder schmatzend und schnaufend im Gebüsch rascheln hören: Die Igel durchstreifen auf der Suche nach Laufkäfern, Ohrwürmern, Nacktschnecken, Regenwürmern und Raupen ihr Revier. Heute findet sich der Igel vorzugsweise in naturnahen Gärten, Parkanlagen, Friedhöfen und in Streuobstwiesen in menschlichen Siedlungen. Dort macht ihnen vor allem die Zerschneidung ihres Lebensraumes durch ein dichtes Straßennetz zu schaffen, verweist der Nabu Niedersachsen. Alljährlich werden etwa eine halbe Million Igel von Autos überrollt. Darüber hinaus tragen Insektenschwund, innerörtliche Verdichtung und Überbauung sowie der ungebrochene Trend zu sterilen Schottergärten dazu bei, dass die Igelbestände seit Jahren stark rückläufig sind.

Mit dem stetig steigenden Gebrauch von motorisierten Gartengeräten wie Freischneidern, Fadenmähern, Motorsensen und Mährobotern sind die beliebten Insektenfresser einer weiteren Gefahrenquelle ausgesetzt. Dabei wird den Stachelrittern die eigene Verteidigungsstrategie zum Verhängnis: Bei Gefahr rollen sich die Tiere zu einer regungslosen Stachelkugel ein, sodass Gesicht, Bauch und Gliedmaßen verborgen und durch die nadelspitzen und starr aufgerichteten Stacheln geschützt sind. So können sie zwar Fressfeinde wie Marder, Iltis, Fuchs und Dachs erfolgreich abwehren, haben jedoch gegen motorisierte Gartengeräte keine Chance. Hinzu kommt, dass Freischneider gerade dort eingesetzt werden, wo Igel ihre Schlaf- und Nestplätze einrichten, nämlich unter Büschen, an Heckenrändern und in verwilderten, überwucherten Ecken.

Auch Mähroboter gehören zu den neuen Feinden von Igel, Blühpflanzen, Insekten, Amphibien, Reptilien und Co. Oft sind die autonomen Geräte auch nachts unterwegs und gefährden nachtaktive Tiere, die auf Nahrungssuche über den Rasen stromern. Um auf das Gefährdungspotential nächtlicher Mährobotereinsätze aufmerksam zu machen und zu einem achtsamen Umgang mit motorisierten Gartengeräten aufzurufen, wurde eine bundesweite Plakataktion gestartet, an der sich der Nabu Heidekreis beteiligt. Mitglieder werden Geschäftsinhaberinnen und -inhaber aufsuchen und sie bitten, ein Plakat gut sichtbar im Schaufenster oder an einer Info-Tafel aufzuhängen, so Pressesprecherin Dr. Antje Oldenburg.

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